Betreff
Vorbericht des Ersten Bürgermeisters zum Haushalt 2026 der Stadt Langenzenn
Vorlage
10/340/2026
Art
Beschlussvorlage

Sachverhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates,

sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung,

meine Damen und Herren,

heute beraten und beschließen wir den Haushalt der Stadt Langenzenn für das Jahr 2026. Ein Haushalt ist weit mehr als eine Sammlung von Zahlen. Er ist Ausdruck unserer politischen Prioritäten und gleichzeitig die Grundlage dafür, was wir in unserer Stadt tatsächlich umsetzen können.

Gleichzeitig ist dieser Haushalt auch ein Spiegel unserer finanziellen Situation. Und diese Situation ist alles andere als einfach.

Die Haushaltslage ist angespannt. Das ist kein rein Langenzenner Problem, sondern betrifft mittlerweile viele Kommunen in Bayern und in ganz Deutschland. Steigende Personal- und Sachkosten, hohe Umlagen, wachsende gesetzliche Aufgaben und gleichzeitig stagnierende beziehungsweise rückläufige Einnahmen setzen die kommunalen Haushalte massiv unter Druck.

Aus genau diesem Grund hat sich die Stadt Langenzenn auch an der Aktion „Kommunen am Limit“ unserer Spitzenverbände beteiligt. Diese Initiative macht deutlich, worauf wir seit Jahren aufmerksam machen: Die Städte und Gemeinden übernehmen immer mehr Aufgaben, ohne dass diese dauerhaft ausreichend finanziert werden. Wir stehen zu unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern. Aber wir brauchen auch die finanziellen Rahmenbedingungen, um diese Aufgaben erfüllen zu können.

Umso wichtiger war es, in den vergangenen Wochen und Monaten einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen. Das war keine leichte Aufgabe.

Der Haushalt 2026 der Stadt Langenzenn ist im Verwaltungshaushalt mit 34.572.097 € und im Vermögenshaushalt mit 6.986.500 € in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen. Die Zuführung des Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beträgt 1.105.150 €.

Die Verschuldung der Stadt liegt bei rund 16.730.000 €, dies entspricht einer ProKopf-Verschuldung von 1.600,91 €.

Damit der Haushalt nun so vorgelegt werden kann, wurden gemeinsam mit der Kämmerei und der gesamten Verwaltung viele Gespräche geführt, Ansätze überprüft, Prioritäten gesetzt und Einsparmöglichkeiten gesucht. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Mein besonderer Dank gilt unserer Kämmerin Daniela Vogel mit ihrem Team sowie allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Engagement daran gearbeitet haben, einen Haushalt vorzulegen, der trotz aller Schwierigkeiten handlungsfähig bleibt und zugleich den Anforderungen der Rechtsaufsicht gerecht wird. Ich bitte alle heute anwesenden Fachbereichsleiter, den Dank an die Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

Natürlich stellt sich die berechtigte Frage, warum wir diesen Haushalt erst jetzt beraten und beschließen. Diese Frage müssen wir offen beantworten.

Wir sind deutlich später als wir uns das alle wünschen. Das hat verschiedene Gründe: die schwierige finanzielle Ausgangslage, notwendige Nachberechnungen, intensive Abstimmungen und die Tatsache, dass wir einen Haushalt vorlegen wollten, der auch tatsächlich genehmigungsfähig ist. Ich persönlich finde es auch richtig, dass der neu gewählte Stadtrat den Haushalt beschließt und nicht das vormalige Gremium.

Dennoch muss unser gemeinsames Ziel sein, dass sich eine solche zeitliche Verschiebung künftig nicht wiederholt.

Ich möchte deshalb heute ein klares Ziel formulieren:

Der Haushalt für das Jahr 2027 mit seinen Anlagen, wie Stellenplan oder auch Wirtschaftsplan der Stadtwerke soll spätestens im März und April beraten und Anfang Mai 2027 beschlossen werden.

Nur so schaffen wir Planungssicherheit – für die Verwaltung, für den Stadtrat, für unsere Vereine, unsere Einrichtungen und letztlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger.

Mit der heutigen Verabschiedung des Haushalts und einer hoffentlich zeitnahen Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde können wir dann endlich wichtige Maßnahmen im Jahr 2026 angehen und die notwendigen Investitionen auf den Weg bringen.

Meine Damen und Herren,

wenn wir auf die vergangenen Wochen zurückblicken, dürfen wir trotz aller Herausforderungen auch feststellen, dass wir bereits einiges erreicht haben.

Das neue Gremium ist noch nicht einmal drei Monate im Amt.

Und dennoch konnten wir gemeinsam bereits wichtige Entscheidungen treffen.

Wir haben den Förderantrag zum Neubau eines „Interkommunalen Hallenbades“ am Schulcampus Langenzenn gestellt. Ein Telefonat mit der Oberen Denkmalbehörde zum Thema Denkmalschutz des bestehenden Bades hat auch stattgefunden – leider warten wir hier noch auf die Entscheidung, um diese dann in die weiteren Planungen einfließen zu lassen.

Wir haben den sogenannten Bautorbo beschlossen und damit ein wichtiges Signal gesetzt, Verfahren effizienter und schneller zu gestalten und vielleicht mit weniger Bürokratie Wohnraum zu schaffen.

Auch beim Hochwasserschutz sind wir einen großen Schritt weiter. Die durch das WWA Nürnberg geprüften Vorplanungen wurden inzwischen zur weiteren inhaltlichen und wirtschaftlichen Prüfung an die zuständige Behörde bei der Regierung von Mittelfranken weitergleitet.

Im Juni wurden dem Stadtrat die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung samt Zielszenario und Maßnahmenkatalog präsentiert. Das Konzept beschreibt den Pfad zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040. Das Thema ist künftig bei unserem örtlichen Versorger – den Stadtwerken – verortet.

Das Thema Hitzeschutzkonzept wird seitens der Verwaltung angegangen. Im September werden wir dem Gremium näheres bekanntgeben.

Ebenso haben wir den Antrag auf schulaufsichtliche Genehmigung zur Erweiterung der Grundschule beschlossen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um den gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung umzusetzen und gleichzeitig Familien in Langenzenn nachhaltig zu unterstützen.

Diese Beispiele zeigen:

Auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen arbeiten wir konsequent daran, unsere Stadt weiterzuentwickeln.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Punkt liegt mir persönlich besonders am Herzen.

Ich wünsche mir eine offene, vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit mit diesem Gremium.

Transparenz bedeutet für mich nicht nur, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Sie bedeutet auch, Informationen frühzeitig zur Verfügung zu stellen. Künftig soll es wieder einmal im Jahr im Zusammenhang mit der Vorlage des Wirtschafts-, Finanz- und Investitionsplans der Wohnungsbaugesellschaft im Stadtrat auch einen Bericht über die WBG geben.

Gemeinsam mit der Verwaltung habe ich seit unserer konstituierenden Sitzung daran gearbeitet, dass Sie die Sitzungsunterlagen so erhalten, damit Sie über das Wochenende ausreichend Zeit haben, sich mit den Themen auseinanderzusetzen.

Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Voraussetzung für gute politische Entscheidungen.

Der nächste Schritt wird sein, die Vorlagen der öffentlichen Tagesordnungspunkte interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch im Bürgerinformationssystem zur Verfügung stellen – bereits für die heutige Sitzung stehen schon einige Vorlagen für die Allgemeinheit online.

Ich bin überzeugt, dass wir damit einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz und Bürgernähe gehen.

Meine Damen und Herren,

ein weiteres großes Thema wird uns in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen:

die Landesgartenschau.

Ich konnte hierzu in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche führen – unter anderem mit Herrn Richter-Liebald sowie mit dem Architekten Herrn Wirth.

Diese Gespräche waren sehr konstruktiv und haben neue Perspektiven eröffnet.

Deshalb möchte ich Ihnen im September die aktualisierten Zahlen vorstellen und ich will Ihnen darüber hinaus neben der bisherigen Planung auch eine alternative Variante präsentieren.

Diese Alternative verzichtet auf die Entwicklung des sogenannten Z-Quartiers und konzentriert sich stärker auf Bereiche unserer historischen Altstadt um diese zukunftsfähig – auch für die kommenden klimatischen Herausforderungen – aufzustellen.

Mir ist wichtig, dass wir diese Entscheidung auf einer möglichst vollständigen Informationsgrundlage treffen, daher haben seit Mai hier einige interne Gespräche stattgefunden.

Es geht mir nicht darum, bereits heute eine Richtung vorzugeben.

Es geht darum, gemeinsam abzuwägen. Gemeinsam Chancen und Risiken zu betrachten. Und anschließend eine Entscheidung zu treffen, die langfristig das Beste für unsere Stadt ist.

Deshalb werden wir uns als Stadtrat im September und Oktober intensiv mit diesem Thema beschäftigen. Ich wünsche mir, dass wir am Ende einen möglichst breiten Konsens erreichen.

Ein wichtiges Datum möchte ich Ihnen heute bereits ans Herz legen. Bitte merken Sie sich den 24. Oktober vor. An diesem Tag werden wir eine Klausurtagung durchführen. Im Mittelpunkt stehen unsere geplanten Investitionen und unsere städtischen Liegenschaften. Wir werden gemeinsam analysieren, welche Grundstücke und Gebäude für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt strategisch wichtig sind. Ebenso werden wir darüber sprechen, von welchen Flächen wir uns möglicherweise trennen sollten, um Einnahmen zu generieren.

Ich halte diese strategische Betrachtung für dringend notwendig. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten müssen wir unser Vermögen aktiv steuern und uns die Frage stellen, welche Immobilien wir dauerhaft benötigen und welche Ressourcen wir sinnvoll einsetzen können. Auch über die Gebühren für unsere städtischen Dienstleistungen und Liegenschaften werden wir uns in nächster Zeit unterhalten müssen. Hier werden Anpassungen und auch Erhöhungen nicht ausbleiben.

Meine Damen und Herren,

seit meinem Amtsantritt hatte ich viele Gespräche mit Vertretern von Vereinen und Verbänden, dem Seniorenrat, dem Gewerbeverband und auch einzelnen Unternehmern geführt und ich bin überwältigt, von dem, was hier alles in Langenzenn geleistet wird. Erst am Freitag war ich beim Firmenjubiläum der Fa. Wohlrab – nur ein Beispiel dafür, wie Leistungsfähig unsere Wirtschaft vor Ort ist. Hier müssen wir ansetzen und Langenzenn für unsere Unternehmen auch weiterhin attraktiv halten. Wir brauchen auch die Gewerbesteuereinnahmen. Es ist auch beeindruckend, wie gut das Ehrenamt in Langenzenn funktioniert. Ich möchte mich daher bei allen bedanken, die sich ehrenamtlich in Langenzenn engagieren. Unser Anspruch im Gremium muss sein, dass wir auch das Ehrenamt weiterhin unterstützen.

Wenn ich auf meine ersten 90 Tage als Erster Bürgermeister zurückblicke, dann kann ich aber auch eines mit voller Überzeugung sagen:

Ich habe ein hochmotiviertes und engagiertes Team kennengelernt.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Sie übernehmen Verantwortung. Sie arbeiten lösungsorientiert.

Und sie setzen sich mit großem Engagement für unsere Stadt ein.

Gerade in einer Zeit, in der die Anforderungen an die Kommunen immer weiter steigen, verdient dieser Einsatz große Anerkennung.

Dafür möchte ich mich heute ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Langenzenn bedanken.

Mein Dank gilt ebenso Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates. Auch wenn wir sicherlich nicht immer einer Meinung sein werden, verbindet uns doch ein gemeinsames Ziel:

Wir wollen das Beste für unsere Stadt erreichen.

Unterschiedliche Auffassungen gehören zur Demokratie.

Entscheidend ist jedoch, dass wir respektvoll miteinander umgehen und gemeinsam nach den besten Lösungen suchen.

Ich freue mich auf diese Zusammenarbeit.

Lassen Sie uns gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Lassen Sie uns die Herausforderungen nicht als Hindernis begreifen, sondern als Auftrag.

Und lassen Sie uns trotz aller finanziellen Schwierigkeiten mit Zuversicht nach vorne blicken.

Mit dem heutigen Haushalt schaffen wir die Grundlage dafür.

Er wird nicht alle Wünsche erfüllen können.

Aber er gibt uns die Möglichkeit, wichtige Projekte anzustoßen, notwendige Investitionen vorzunehmen und unsere Stadt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Ich bitte Sie daher um Ihre Zustimmung zum Haushalt der Stadt Langenzenn.

Vielen Dank.